Lenzerheide – paradiesischer Trailflow und tolle Typen

Vom 17.-23.8. fand zum ersten Mal eine Mountainbike-Exkursion des Zentrums für Hochschulsport der Uni Marburg nach Lenzerheide (Schweiz) statt. Gemeinsam mit Michael Schippers (Mitch) hatte ich die dankenswerte Aufgabe diese Exkursion zu leiten. Nach einer beachtlichen Portion an Organisationsarbeit im Vorfeld (u.a. Zusammentragen von Zollpapieren/ Rechnungen für jedes von uns transportierte Bike), konnten wir es kaum erwarten endlich anzureisen, um uns von den propagierten “Erste-Sahne-Bedingungen” vor Ort zu überzeugen. Gemeinsam mit Teilnehmer Luis reisten wir einen Tag früher an, damit wir schonmal die gesundheitsgefährdensten Abschnitte der Strecken checken konnten und am Ende der Exkursion auch alle möglichst unbeschadet die Heimreise antreten würden.

Zunächst machten wir uns ein Bild von den Strecken am Parpaner Rothorn, an dem u.a. das Bike-Attack-Abfahrtsrennen ausgetragen wird. Mit fast 3000m Höhe liegt das Rothorn hochalpin und dementsprechend karg zeigt sich die Landschaft dort oben: viele sprechen auch von einer beeindruckenden Mondlandschaft. Hinauf kommt man bequem mithilfe von Bergbahngondeln. Trotzdem ist es empfohlen im Tal nochmal tief Luft zu holen, da manch eine/r auf dem Gipfel wegen der dünnen Luft zu Schnappatmung neigt. Die Trails sind im oberen Teil äußerst steinig und der Bremsweg verlängert sich auf Grund des Surfens auf Steinmeeren signifikant. Weiter unten wird es dann grüner und schmaler, jedoch bleiben je nach Trailwahl immer noch eine ganze Menge Steine jeglicher Größenordnung erhalten. Fazit – oben: rasant und karg; unten: facettenreich, mal steinig, mal flowig. Jenseits der Hauptwege bieten sich für Könner Variationen an, die eine sehr gute Fahrtechnik erfordern, kaum Fehler verzeihen und sich nachhaltig als Abenteuer im Bewusstsein verankern. Insgesamt kommt jede/r Fortgeschrittene auf ihre/seine Kosten!

Nachdem wir die Wege des Rothorns gecheckt hatten, war es an der Zeit den Gegenhang, auf dem der Piz Scalottas (ca. 2300m) thront, unter die Stollen zu nehmen. An der Talstation erlebten wir erstmal eine böse Überraschung: es werden lediglich Bikes mit maximal 160mm Federweg transportiert, zudem sind Vollvisier-Helme und Safety-Jackets untersagt. Federweg? Maximal 160mm. Safety Jackets? Nein, lediglich Wirbelsäulenprotektoren. Vollvisier-Helm? Ja, und damit nicht zur Fahrt mit dem Lift berechtigt. Da es bereits spät war und unsere Halbschalen im Hotel lagen, begann nun das große Grübeln, welches durch Luis’ Angebot erleichtert wurde: er erklärte sich bereit, die Helme abzutransportieren. Somit fuhren Mitch und ich helmlos im Sessel dem Gipfel entgegen. Während der Liftfahrt hatten wir eine prima Sicht auf die hiesigen Trails und erspähten rasch eine fantastische Flowline, die wir nach Erreichen des Gipfels ohne Helm durchfuhren. Ein Paradoxon: nahezu unveranwortlich gegenüber unserer eigenen Gesundheit, jedoch sehr verantwortungsbewusst gegenüber der Gesundheit unserer TeilnehmerInnen. In den kommenden Tagen hatten wir dann selbstverständlich den passenden Helm auf dem Kopf. Unser Fazit: der Piz Scalottas wirkt bereits auf den ersten Blick weniger bedrohlich verglichen zum Rothorn. Dieser Eindruck bestätigt sich auf den Trails: weniger steil, weniger steinig, mehr flowig. Prima Carrerabahnfeeling!

In den folgenden fünf Tagen gaben wir Fahrtechnikkurse für unsere TeilnehmerInnen aus Dresden, Erlangen, Koblenz, Wuppertal, Bad Oeynhausen, Göttingen, Wetzlar, Gießen und Marburg und rockten gemeinsam die Trails. Wir bauten gemeinsam unser Wegenetz und Fahrkönnen an tierisch guten Trails aus, erlebten die Berge meist heiter, manchmal wolkig, selten schneebedeckt, grinsten und lachten unverschämt viel! Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass viele der Trails paradiesischen Flow vermitteln, stets eingebettet in die facettenreich beeindruckende hochalpine Landschaft. Und ich übertreibe noch weniger, wenn ich konstatiere: in jedem der teilnehmenden Biker steckte ein toller Typ!

Danke an die TeilnehmerInnen, das ZfH der Uni Marburg und an E&P für diese überragende Exkursion. Fortsetzung folgt!

Bleibt gesund und bis bald!

Euer Hannes

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